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Steuerliche Hilfsmaßnahmen

Mitteilungspflicht bezüglich grenzübergreifender Steuergestaltungen

Ab dem 01.07.2020 sind Sie als Unternehmen und wir als Berater auf der Grundlage einer EU-Richtlinie („DAC 6“) verpflichtet, grenzüberschreitende Steuergestaltungen anzuzeigen.

Folgende Pflichten bestehen

  1. ab 01.07.2020 sind alle neuen Gestaltungen innerhalb von 30 Tagen
  2. alle Altgestaltungen (ab dem 25.08.2018 bis zum 30.06.2020) bis zum 31.08.2020

anzuzeigen.

Eine Verletzung der Mitteilungspflicht ist mit einem Bußgeld von bis zu EUR 25.000 bewehrt. Die Verletzung der Meldefrist für Altfälle ist in Deutschland nicht bußgeldbewehrt, kann aber bei der entsprechenden Mitteilungspflicht in anderen EU-Staaten Bußgelder auslösen. Die Bußgeldrahmen in anderen EU-Staaten sind zum Teil deutlich höher und können siebenstellige Beträge erreichen (z. B. Polen). Details der neuen Verpflichtung ergeben sich aus dem Merkblatt.

Die Verpflichtung gilt auch für uns Berater („Intermediär“), wenn wir die Gestaltung vorgeschlagen hatten.

Wir als Berater wären nur verpflichtet, den Sachverhalt zu melden und Sie wären verpflichtet die fehlenden persönlichen Angaben zu melden. Diese Meldepflicht gilt sowohl im In- als auch im Ausland.

Wir werden in den kommenden Tagen die uns bekannten Informationen zu solchen Fällen zusammenstellen und Sie informieren.

Sollten Sie grenzüberschreitende Geschäftsvorfälle seit dem 25.06.2018 durchgeführt haben, sprechen Sie uns bitte an.

Unser Vorschlag ist, dass wir Ihre und unsere Verpflichtungen gemeinsam abstimmen und gemeinsam im In- und Ausland erfüllen. Da nach aktuellem Stand das BMF trotz der Corona-Krise keine Fristverlängerungsmöglichkeit gewährt, sollten wir uns auf die Einhaltung der aktuellen Frist vorbereiten.

Diese Information ging an alle Mandanten. Sie erhalten von uns in den nächsten 14 Tagen eine Information, ob nach unserer Kenntnis wir der Auffassung sind, dass Sie eine Mitteilungspflicht haben.

Sind Sie der Auffassung, dass Sie eine Verpflichtung haben, aber von uns keine Mitteilung bis zum 31.07.2020 erhalten, bitten wir Sie um Ihre Information.

Reduzierung der Mehrwertsteuer ab 01.07.2020

Mit Beschluss vom 3.6.2020 hat die Regierungskoalition verschie­dene Maßnahmen zur Bekämpfung derder Folgen der Corona-Pandemie beschlossen. Zentrales Ele­ment dieser Maßnahmen ist die befristete Senkung des Umsatzsteuersatzes von 19% auf 16% und von 7% auf 5% für den Zeitraum vom 1.7.2020 bis zum 31.12.2020. Das Bundesministerium der Finanzen (BMF) hat am 15.6.2020 den Entwurf eines Anwendungsschreibens zur Steuersatzänderung veröffentlicht.

Anpassung der Vorauszahlungen

Die Corona Pandemie kann und wird Auswirkungen auf den Gewinn und somit auf die Unternehmens- und die privaten Steuern haben. Um die Liquidität zu verbessern, werden die Möglichkeiten zur Stundung von Steuerzahlungen und zur Senkung von Vorauszahlungen massiv verbessert und zudem befristet auf Vollstreckungsmaßnahmen verzichtet.

Die Experten der PKF WULF GRUPPE raten daher:

1. Anpassung der Steuervorauszahlungen 2020

Klärung der Auswirkungen auf den erwarteten Gewinn 2020 und Anpassung der Steuervorauszahlungen (bei einem Gewinn von € 0 werden auch die Gewerbesteuer- und die Ertragsteuervorauszahlungen vom 1. Quartal 2020 zurückerstattet).

2. Steuerstundungen

Die Steuerstundungen betreffen bereits festgesetzte Steuer­zahlungen. Nach unserer Auffassung betrifft dies alle Steuerarten von den Ertragssteuern, der Lohnsteuer und insbesondere der Umsatzsteuer.

Nach der derzeitigen Auskunftslage sollen diese gestundet werden, ob mit oder ohne Zins (6%) ist derzeit noch nicht abschließend geklärt.

3. Stundung der Sondervorauszahlung zur Umsatzsteuer 2020

Die Sondervorauszahlung zur Umsatzsteuer 2020 kann auf Antrag teilweise oder vollständig herabgesetzt werden. Als Nachweis ist die unmittelbare und nicht unerhebliche Betroffenheit der Corona-Krise erforderlich.

4. Stundung der Sozialversicherungsbeiträge

Die Sozialversicherungsträger haben am 24.03.2020 kurzfristig mitgeteilt, dass alle von der Corona-Krise betroffenen Unternehmen sich die Sozialversicherungsbeiträge für die Monate März und April 2020 stunden lassen können.

5. Förderung von bis zu 4.000 € Beratungskosten ohne Eigenanteil für KMU und Freiberufler

Das Bundeswirtschaftsministerium fördert ab sofort Beratungen für Corona-Betroffene kleine und mittlere Unternehmen (KMU) einschließlich Freiberufler bis zu einem Beratungswert von 4.000 € ohne Eigenanteil. Die verbesserten Förderkonditionen für die Inanspruchnahme professioneller Beratungsleistungen traten am 03.04.2020 in Kraft und gelten befristet bis Ende 2020.

Mit den geänderten Förderbedingungen will das BMWi kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sowie Freiberufler in der aktuellen Situation unterstützen. Die Unternehmen sollen in die Lage versetzt werden, Maßnahmen zu entwickeln, um die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise zu begrenzen und sich wieder wettbewerbsfähig aufzustellen. Dieses Modul ergänzt die finanziellen Instrumente, die die Bundesregierung in der vorigen Woche beschlossen hat.

 

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