springe zum Hauptinhalt

19.12.2025

Lesezeit: 3 Minuten

Die Lohnabrechnung nach dem TVöD ist für viele Vereine und Non-Profit-Organisationen gelebte Praxis, sei es durch Tarifbindung oder freiwillige Orientierung. Gleichzeitig sind die personellen und administrativen Strukturen im NPO-Bereich oft weniger formalisiert als im öffentlichen Dienst. Das erhöht die Fehleranfälligkeit und macht fundiertes Tarifwissen unverzichtbar.

von
Vanessa Rahm

Partnerin, Steuerberaterin

Eingruppierung und Vergütung als zentrale Stellschrauben

Die korrekte Eingruppierung bildet die Basis jeder TVöD-Abrechnung. Sie folgt tariflichen Vorgaben und ist nicht frei gestaltbar. Gerade in NPOs mit gewachsenen Aufgabenprofilen fehlt jedoch häufig eine saubere Stellenbewertung. Fehler wirken sich unmittelbar auf Entgelt, Stufenlaufzeiten und Nachzahlungsrisiken aus.

Hinzu kommen tarifliche Zulagen und Zuschläge, etwa für Schicht-, Wochenend- oder Bereitschaftsdienste, die im sozialen und pädagogischen Bereich üblich sind. Ohne verlässliche Dienstplanung und Dokumentation entstehen hier schnell Abrechnungsfehler.

Jahressonderzahlung, Leistungsentgelt und Sozialversicherung

Auch die Jahressonderzahlung erfordert Aufmerksamkeit, da Beschäftigungsumfang, Fehlzeiten (z. B. Krankheit, Elternzeit) und Tarifbereich eine Rolle spielen. Das tarifliche Leistungsentgelt wird im NPO-Umfeld zwar selten aktiv genutzt, muss aber dennoch korrekt berücksichtigt werden.

Neben der Entgeltabrechnung sind sozialversicherungsrechtliche Aspekte, insbesondere die Krankenversicherung, relevant. Statuswechsel, Teilzeit, Minijobs oder längere Krankheitszeiten wirken sich auf Beitragsberechnung und Meldepflichten aus und müssen korrekt abgebildet werden.

Zusatzversorgung und besondere Rahmenbedingungen im NPO-Bereich

Für tarifgebundene NPOs ist die Zusatzversorgung (z. B. VBL) verpflichtend. Änderungen im Beschäftigungsverhältnis müssen zeitnah gemeldet werden, da Fehler hier erhebliche finanzielle Folgen haben können.

Zusätzlich sind gemeinnützigkeitsrechtliche und steuerliche Besonderheiten zu beachten. Die Abgrenzung zwischen Hauptamt, Ehrenamt und projektbezogener Mitarbeit sowie Vorgaben aus Fördermittelregelungen müssen mit dem TVöD in Einklang stehen.

Fazit

Die TVöD-Lohnabrechnung ist für Vereine und NPOs eine anspruchsvolle Aufgabe mit tariflichen, sozialversicherungsrechtlichen und steuerlichen Schnittstellen. Klare Prozesse, aktuelle Fachkenntnisse und regelmäßige Überprüfungen sind entscheidend, um Risiken zu vermeiden und Mitarbeitende korrekt zu vergüten.

Sprechen Sie uns an – wir unterstützen Sie bei der TVöD-Personalabrechnung im NPO-Umfeld.

Kontakt

zurück